Preisverleihung Roman Herzog Forschungspreis Soziale Marktwirtschaft am 25. Oktober 2022

Das RHI verleiht zum neunten Mal den Roman Herzog Forschungspreis Soziale Marktwirtschaft.

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1. Preis: Dr. Patrick Abel

Universität Passau

Mit dem ersten Preis und einem Preisgeld von 20.000 Euro wird in diesem Jahr Dr. Patrick Abel ausgezeichnet. In seiner Dissertation „International Investor Obligations – Towards Individual International Responsibility for the Public Interest in International Investment Law“ untersucht der Jurist, wie sich das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft in internationalen Wirtschaftsbeziehungen anwenden lässt.

Multinationale Konzerne können oft mithilfe nationaler Regierungen Gesetze in den Ländern unterlaufen, in denen sie tätig sind. Das internationale Investitionsschutzrecht verstärkt diesen Effekt. Der Preisträger entwickelt ein Modell für ein reformiertes Investitionsschutzrecht, das die Rechte von Investoren an bestimmte Pflichten bindet. Dadurch sollen Verantwortungslücken globalisierter Wirtschaftstätigkeit geschlossen werden, ohne unternehmerische Freiheiten drastisch zu beschränken.

2. Preis: Dr. Max Braun

Freie Universität Berlin

Den zweiten Preis und ein Preisgeld von 10.000 Euro erhält Dr. Max Braun. Seine Dissertation „Four essays on the antecedents of financial white-collar crime“ befasst sich mit den Gründen und Mechanismen von Wirtschaftskriminalität.

Rechtswidriges Verhalten in Unternehmen verursacht finanzielle Verluste und beschädigt das Vertrauen in die Wirtschaftsordnung. Der Ökonom identifiziert als Treiber von Wirtschaftskriminalität vor allem unternehmensinterne Faktoren – wie die mangelnde Kontrolle durch Aufsichtsräte und bestimmte Formen der Anreizvergütung. Im Rahmen von Corporate Governance lassen sich solche Strukturen besser gestalten und Wirtschaftskriminalität begrenzen.

3. Preis: Dr. Dominik Frankenberg

Thünen-Institut, Höxter

Der dritte Preis mit einem Preisgeld von 5.000 Euro geht an Dr. Dominik Frankenberg für seine Dissertation „Allokative und distributive Effekte der aufgabenorientierten Bedarfsmessung im kommunalen Finanzausgleich – Ansätze zur Ableitung und Analyse aufgabenadäquater Finanzausgleichsleistungen am Beispiel des Landes Nordrhein-Westfalen“. Die Arbeit zeigt, wie sich die föderalen Finanzbeziehungen effizienter organisieren lassen.

Viele Kommunen sehen sich heute nur noch als Vollstrecker der staatlichen Verwaltung. Der Preisträger untersucht, wie der Bund Finanzhilfen so an die Kommunen verteilen kann, dass diese ihre eigenen Schwerpunkte setzen können. Eine zweckungebundene und bedarfsgerechte Zuteilung der finanziellen Hilfen auf der Basis hochwertiger Daten ist dafür zentral. Die Reform des Finanzausgleichs soll die kommunale Selbstverwaltung stärken, die Kern der föderalen Ordnung Deutschlands ist.

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