Die Befragung

Alle Gäste des RHI-Symposiums am 09. November 2016 wurden vorab per Email eingeladen, an einer Online-Umfrage teilzunehmen. 63 Teilnehmer gaben im Zeitraum vom 27. Oktober 2016 bis zum 4. November 2016 folgende Antworten:

Der Wert der Gesellschaft

Das kommende Jahresthema des RHI ist Wert(e) der Gesellschaft. Entsprechend wurde die Frage gestellt, worin die Teilnehmer des Symposiums den wesentlichen Wert der Gesellschaft sehen. Konkret lautete die Frage:

Was ist für Sie der wesentliche Nutzen des gesellschaftlichen Zusammenlebens? Die Befragten sollten maximal drei Antworten ankreuzen.

Die Mehrheit der Befragten sieht den wesentlichen Nutzen des gesellschaftlichen Zusammenlebens in der gegenseitigen Unterstützung und im Zusammenhalt. Etwa 64 Prozent gaben diese Antwort (Mehrfachnennungen möglich). Auch der Frieden ist für 41 Prozent der Befragten eine wichtige Funktion von Gesellschaft. Der Bereich Verteidigung (äußere Sicherheit) wurde seltener genannt. Darin sehen nur 14 Prozent einen wesentlichen Nutzen unserer Gesellschaftsform.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Auf dem Symposium stand das Thema Werte im Vordergrund. Für gesellschaftlichen Zusammenhalt sind aber auch andere Faktoren wichtig. Die Teilnehmer wurden daher danach gefragt, was für sie den Zusammenhalt der Gesellschaft stärkt.

Der Wortlaut der Frage war: Einmal abgesehen von Werten, was ist Ihrer Meinung nach wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft? Bitte geben Sie Ihre Einschätzung auf einer Skala von 1 (sehr wichtig) bis 4 (unwichtig) an.

Von den aufgelisteten Antwortoptionen empfanden die Teilnehmer die gemeinsamen Ziele und Herausforderungen als wichtigstes verbindendes Element in der Gesellschaft. Rund 55 Prozent halten diesen Faktor für sehr wichtig, etwa 39 Prozent für wichtig. Auch die gemeinsame Sprache, wurde von etwa 92 Prozent der Befragten als wichtig oder sehr wichtig bewertet. Eine geringere Bedeutung für gesellschaftlichen Zusammenhalt maßen die Teilnehmer den gemeinsamen Feindbildern zu.

Werte in der Gesellschaft

Aktuell wird in der Öffentlichkeit eine intensive Diskussion über die wünschenswerten Werte unserer Gesellschaft geführt. Um festzustellen, ob die Werte, die die Teilnehmer als wünschenswert empfinden, deutlich von den aktuell gelebten Werten in der Gesellschaft abweichen, wurden folgende Fragen gestellt:

1. Wie stark sollten Ihrer Meinung nach die folgenden Werte in der Gesellschaft ausgeprägt sein?

2. Wie stark sind die folgenden Werte Ihrer Meinung nach aktuell in der Gesellschaft ausgeprägt? Bitte geben Sie Ihre Antwort auf einer Skala von 1 (schwach ausgeprägt) bis 5 (stark ausgeprägt)

Die größte Diskrepanz zwischen Soll- und Ist-Zustand der Werteausprägungen gaben die Befragten beim Wert Eigenverantwortung an. Der Sollzustand wich vom aktuell empfundenen Zustand im Durchschnitt um 1,5 Punkte ab. Aktuell empfinden die Befragten eine Ausprägung von 2,9. Als wünschenswert geben sie im Durchschnitt eine Ausprägung von 4,4 an. Eine ähnlich hohe Diskrepanz von 1,3 geben die Befragten beim Wert Weltoffenheit/Toleranz an.

Besonders nahe an den Wünschen der Befragten liegt die aktuelle Ausprägung im Bereich Wettbewerb. Hier wichen die durchschnittlichen Angaben nur um -0,1 Punkte voneinander ab. Das bedeutet, dass die Ausprägung aktuell leicht über der wünschenswerten Ausprägung liegt.

Wertekonflikte

Es gibt Werte und Prinzipien, die in Konflikt zueinander stehen. Die Förderung eines Prinzips führt zur Schwächung eines anderen Prinzips. Auch Wirtschaftssysteme basieren auf verschiedenen dieser Prinzipien. Das Roman Herzog Institut wird sich im kommenden Jahr mit den Werten der Wirtschaftssysteme beschäftigen. Deshalb wurde die Frage gestellt, welche Prinzipien die Teilnehmer des Symposiums bevorzugen würden, wenn sie die Wahl hätten.

Die Frage lautete: Ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem basiert auf verschiedenen Prinzipien. Wenn Sie wählen müssen, welches Prinzip würden Sie bevorzugen?

Ein Großteil der Befragten würde im Zweifel eher liberale Prinzipien verfolgen. 95 Prozent stimmten für Leistungsgerechtigkeit, 5 Prozent für Einkommensgleichheit.

Vor die Wahl zwischen Sicherheit und Freiheit gestellt, stimmten 77 Prozent für letztere.

Ebenfalls eindeutig sind die Angaben bei der Wahl zwischen Solidarität (69 Prozent) und Eigenverantwortung (31 Prozent).

© Roman Herzog Institut e. V.