Neun Talks zum Thema „Gefährdete Demokratie“
Wie krisenfest ist unsere Demokratie wirklich? Erstarkender Populismus, schwindendes Vertrauen in Institutionen und wachsende Polarisierung stellen demokratische Systeme weltweit auf die Probe. Was gefährdet Demokratie – und was macht sie stark?
Wir laden Sie ein, gemeinsam mit neun Expert:innen aus unterschiedlichen Disziplinen darüber nachzudenken und ihre Perspektiven im Anschluss an die Veranstaltung zu diskutieren. Wählen Sie aus zeitgleich stattfindenden Impulsreihen die Themen aus, die Sie am meisten interessieren.
Veranstaltungsdetails
Wissenschaftliches Symposium Roman Herzog Institut
am 24. November 2026
um 18:00 Uhr
im hbw | Haus der Bayerischen Wirtschaft, Max-Joseph-Str. 5, 80333 München
Programm
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17:00 Uhr
Vernissage mit Aperitif im Foyer
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18:00 Uhr
Eröffnung Wissenschaftliches Symposium Roman Herzog Institut
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18:30 Uhr
Erste Impulsreihe – RHI-Talks 1 – 3 (parallel in drei Veranstaltungssälen)
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19:00 Uhr
Zweite Impulsreihe – RHI-Talks 4 – 6 (parallel in drei Veranstaltungssälen)
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19:30 Uhr
Dritte Impulsreihe – RHI-Talks 7 – 9 (parallel in drei Veranstaltungssälen)
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20:00 Uhr
Publikationsvorstellung mit kurzem Streitgespräch
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20:15 Uhr
Preisverleihung Essay-Wettbewerb und Schlusswort
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20:30 Uhr
Kulinarik und musikalischer Ausklang
Meet the Speakers
Publikationen zum Thema Demokratie
Bürokratie als Stütze der Demokratie?
Klagen über zu viel Bürokratie, Überregulierung und schwerfällige Verwaltungen sind ein politischer Dauerbrenner. Doch warum bringt die Bürokratiekritik seit den Anfängen der Bundesrepublik immer wieder ähnliche Diagnosen und Reformversprechen hervor, obwohl ihre Wirkung begrenzt bleibt? Stefan Kühl untersucht die Wellen der Bürokratiekritik, ihre typischen Argumentationsmuster und die Rolle der öffentlichen Verwaltung als politischer Sündenbock. Die Studie zeigt: Bloßes „Bürokratie-Bashing“ verkennt die Bedeutung von Regeln, verlässlichen Verfahren und leistungsfähigen Institutionen für den demokratischen Rechtsstaat und das gesellschaftliche Zusammenleben. Kühl plädiert deshalb für ein Moratorium bei der Bürokratiekritik. Dieses könnte zu einem sachlicheren Diskurs über staatliche Vorgaben, ihre Kosten und ihren Nutzen beitragen und den Blick dafür schärfen, welche Bürokratie eine Demokratie braucht.
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Was stärkt Demokratien?
Liberale Demokratien geraten weltweit unter Druck – auch in scheinbar stabilen westlichen Gesellschaften. Im internationalen Vergleich von 181 Ländern identifizieren die Autoren sieben Faktoren (Kapitelarten) für demokratische Resilienz: vom ökonomischen Wohlstand über Bildung und soziales Vertrauen bis hin zu institutioneller Qualität und Nachhaltigkeit. Die Studie zeigt, wie diese Ressourcen zusammenwirken – und wie ihr Zerfall Demokratien gefährdet. Konkrete Empfehlungen richten sich an staatliche Akteure (z. B. Bürokratieabbau, Bildungsinvestitionen), Unternehmen (Förderung demokratischer Unternehmenskultur) und Zivilgesellschaft (Stärkung bürgerschaftlichen Engagements).
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IMPULSE SPEZIAL 2026
In vielen Ländern ist der Rechtsstaat in Gefahr. Überall dort, wo Regierungen versuchen, die unabhängige Justiz zu entmachten, gerät auch die Demokratie ins Wanken. Warum ist das so? Wieso gehört der Rechtsstaat zum Kern der liberalen Demokratie? Und wie können wir ihn stärken? Das Roman Herzog Institut hat neun renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gebeten, das Verhältnis von Demokratie und Justiz aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. In ihren Beiträgen zeigen sie auf, wie die „Lehre aus Weimar“ unsere heutige Sicht dieser Beziehung geprägt hat. Sie machen deutlich, welche Rolle Zivilgesellschaft und Transparenz spielen – und warum mit der Justiz einer der tragenden Pfeiler unserer Demokratie gerade gefährlich bröckelt. Im Interview mit RHI-Geschäftsführer Martin Lang führt der Wirtschaftsethiker und Ökonomen Nils Goldschmidt aus, wie sehr unsere Wirtschaftsordnung auf eine unabhängige Justiz angewiesen ist.
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