Essay-Wettbewerb
„Inwiefern ist die Stärke der Justiz für das Funktionieren von Demokratie entscheidend?“
Interessent:innen werden gebeten, bis zum 31.03.2026 eine zweiseitige Ideenskizze zur Preisfrage 2026 „Inwiefern ist die Stärke der Justiz für das Funktionieren von Demokratie entscheidend?“ sowie einen Kurzlebenslauf einzureichen. Prämiert wird ein Essay mit einem Preisgeld von 5.000 €.
Die Gewinnerin oder der Gewinner wird auf dieser Grundlage aufgefordert, einen Essay in Form einer RHI-Position in einem Umfang von ca. 50.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) bis zum 31.07.2026 einzusenden. Der eingereichte Essay darf nicht anderweitig publiziert sein und nicht an anderer Stelle veröffentlicht werden. Einzelne Teilnehmer:innen können gebeten werden, zur Publikation mit einem kurzen Impuls beizutragen.
Bewerber:innen können aus allen Bereichen der Wissenschaften und der Publizistik kommen.
Nachwuchswissenschaftler:innen sind ausdrücklich willkommen.
Reichen Sie Ihre Ideen unter essay@romanherzoginstitut.de ein.
Prämierte Essays
Gerechtigkeit anders denken
In einer Welt knapper Ressourcen müssen Güter, Lasten und Chancen fair verteilt werden – dieses Verständnis von Gerechtigkeit prägt unser gesellschaftliches und politisches Handeln. Danach ist Gerechtigkeit ein Nullsummenspiel, bei dem Gewinne und Verluste sich ausgleichen: Was der eine bekommt, verliert ein anderer. Der Autor Marius Drozdzewski fordert zu einer neuen Perspektive auf: Viele vermeintlich begrenzte Ressourcen können wir durch vorteilhafte gesellschaftliche Interaktion erweitern. An die Stelle erzwungener Umverteilung tritt freiwillige Kooperation – etwa durch den Tausch von Gütern und Dienstleistungen. So würde aus einer stagnierenden Gesellschaft eine, die durch Zusammenarbeit, Innovation und Fortschritt zur Gerechtigkeit wächst.
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Neubeginn in der Krise
Die Allgegenwart von nationalen und internationalen Krisen erhöht den Erfolgsdruck auf die politische Führung: Sie muss Orientierung bieten und Lösungen finden. Anhand ausgewählter Beispiele aus der „Grand-Strategy-Forschung“ zeigt der Autor Benedikt Putz: Gesellschaftliche und ökonomische Umwälzungen waren zudem oft ein Motor für Fortschritt. Ein Patentrezept für den Umgang mit Krisen gibt es nicht. Denn jede Krise hat ihre Besonderheiten. Umso mehr kommt es auf gute strategische Führung an. Dies verlangt, eingefahrene Denkmuster zu durchbrechen und pragmatische Lösungen zu finden. Zudem sind Beständigkeit und Weitsicht gefragt. Demokratische Gesellschaften sind auf strategische Führungskulturen angewiesen, die es den Verantwortlichen ermöglichen, langfristig zu planen und entsprechend zu handeln. Dafür ist auch ein Umdenken in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nötig. Dann können Krisen konstruktiv gestalten werden, statt nur kurzfristig auf sie zu reagieren.
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Die autokratische Herausforderung
Weltweit gewinnen autokratische Regime an Einfluss. Selbst in Deutschland und anderen europäischen Staaten schwindet die Zustimmung zur Demokratie. Wie können und sollten liberale Demokratien autokratischen Herausforderungen begegnen? Antworten auf diese Frage bietet der vorliegende Essay von Thomas Willems. Der China-Kenner deckt Defizite der westlichen Demokratien auf und skizziert, wie diese autokratische Anfeindungen wirksam abwehren können. Dabei ist es notwendig, sich ständig für die demokratischen Werte wie Freiheit, Menschenwürde und Pluralität einzusetzen. Denn Demokratie ist kein Selbstläufer. Wehrhaft bleiben kann sie im Systemwettbewerb durch Aufklärung und praktische Teilhabe, die Vermittlung von Medienkompetenz und eine doppelte Verteidigungsfähigkeit – nach innen und außen.
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