Fachsymposium

12. Fachsymposium "Freiheit in Gefahr? Die Macht der Meinung"

Wie digitale Medien die Meinungsfreiheit verändern

Meinungsfreiheit und Meinungsmacht im Zeitalter der digitalen Medien – um dieses facettenreiche Spannungsverhältnis ging es beim 12. Fachsymposium des Roman Herzog Instituts am 18. November 2014. Unter dem Titel „Freiheit in Gefahr? Die Macht der Meinung“ bot die Veranstaltung einen Mix aus kontrovers besetzten Talkrunden und interdisziplinären Fachbeiträgen. Welche Auswirkungen haben facebook, twitter und Co. auf die politische Meinungsbildung? Wie und wo formiert sich Meinungsmacht im Netz? Führen die neuen Medien zu mehr Meinungsfreiheit oder zu einer Verarmung des politischen Diskurses? Lassen sich Chancen und Risiken überhaupt gegeneinander aufrechnen?

In seiner Begrüßung hob Gastgeber Randolf Rodenstock, Vorstandsvorsitzender des Roman Herzog Instituts, den Wert der Freiheit hervor, aber auch deren vielfältige Bedrohungen. Aktuell sei etwa zu beobachten, dass die Politik die Freiheit der Unternehmen in Deutschland kontinuierlich einschränkt – man denke nur an den Mindestlohn, die Frauenquote oder die zunehmende Bürokratie. Verantwortlich dafür sei die herrschende Meinung, „der Staat funktioniere um so besser, je mehr man den Raubtierkapitalismus einenge“. Über die Bedeutung des freien Wettbewerbs und über die bei uns weit verbreitete Skepsis gegenüber der Marktwirtschaft diskutierte er anschließend mit der Ökonomin Karen Horn. Poetry Slammerin Julia Engelmann und Blogger Christian Heller vermittelten danach einen unterhaltsamen Eindruck davon, wie Social Media von Angehörigen der jungen Generation genutzt werden. Der Kommunikationswissenschaftler Christoph Neuberger erörterte die Auswirkungen der digitalen Medien auf die politische Meinungsbildung; Sozialforscher Michael Sommer vom Institut für Demoskopie Allensbach legte aktuelle Zahlen und Trends vor, die das schwierige Verhältnis der Deutschen zum Kapitalismus und zur Sozialen Marktwirtschaft beleuchteten. Kritik am marktwirtschaftlichen System war auch das Thema des Streitgesprächs zwischen den Philosophen Karl Homann und Richard David Precht. Im Gespräch zwischen dem Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, und Journalist Rolf-Dieter Krause, Leiter des Brüsseler ARD-Studios, ging es schließlich um das Verhältnis von Meinungsfreiheit und Verantwortung.

Zum Abschluss der Veranstaltung, die vom Journalisten Richard Gutjahr launig moderiert wurde, ermunterte Randolf Rodenstock die über 200 Gäste, sich mit dem Begriff der Freiheit öfter ganz bewusst auseinanderzusetzen – und zwar nicht nur intuitiv „aus dem Bauch heraus“, sondern rational. „Wir müssen das Glauben durch das Wissen ersetzen“, betonte er.

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