Literaturwissenschaftler
Roberto Simanowski
Kurzportrait
Roberto Simanowski, geboren 1963, ist promovierter Literatur- und habilitierter Medienwissenschaftler mit dem Schwerpunkt digitale Medien. Er studierte Deutsche Literatur und Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo er 1996 als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes mit einer Arbeit zur Unterhaltungsliteratur um 1800 promovierte. Es folgten Stationen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Georg-August-Universität Göttingen, als Feodor-Lynen-Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Harvard University sowie als Visiting Fellow an der University of Washington in Seattle.
2002 übernahm er eine Hochschuldozentur für Medienwissenschaft und Kulturtheorie digitaler Medien an der FSU Jena, bevor er von 2003 bis 2010 als Assistant Professor am Department of German Studies der Brown University lehrte. 2011 habilitierte er sich mit der Schrift „Textmaschinen, Kinetische Poesie, Interaktive Installation. Studien zu einer Hermeneutik digitaler Kunst“ und erhielt die Venia Legendi für Medienwissenschaft durch die Universität Siegen. Von 2010 bis 2014 war er Extraordinarius für Medienwissenschaft an der Universität Basel, von 2014 bis 2017 Professor für Digital Media Studies und Digital Humanities an der City University of Hong Kong.
Es folgten Gastprofessuren in Rio de Janeiro und Basel sowie 2020 eine Max Kade Professur an der Vanderbilt University. Seit 2020 ist er Distinguished Fellow of Global Literary Studies am Exzellenzcluster „Temporal Communities“ der Freien Universität Berlin, 2021 wurde er dort assoziiertes Mitglied; 2024 war er zudem Visiting Scholar an Harvard und in Hamburg.
Von 1999 bis 2014 gründete und leitete Simanowski das Online-Journal „dichtung-digital“, das die internationale Debatte zu Kunst und Kultur digitaler Medien maßgeblich prägte. Er ist Autor zahlreicher Bücher zu Kunst, Kultur und Politik der digitalen Medien. Für sein Werk „Todesalgorithmus“ wurde er mit dem Tractatus-Preis für philosophische Essayistik 2020 ausgezeichnet, sein Buch „Sprachmaschinen“ stand auf der Shortlist des Deutschen Sachbuchpreises 2026.