Historiker
Kiran Patel
Kurzportrait
Kiran Klaus Patel, geboren 1971 in Villingen im Schwarzwald, ist deutsch-britischer Historiker. Nach dem Abitur 1991 in Donaueschingen studierte er von 1992 bis 1997 Neuere und Neueste Geschichte, Anglistik und Alte Geschichte an der Universität Freiburg und der Humboldt-Universität zu Berlin. 2001 wurde er dort bei Heinrich August Winkler mit einer Studie über Arbeitsdienste in Deutschland und den USA 1933–1945 promoviert.
2002 wurde Patel als erster Neuzeithistoriker in Deutschland zum Juniorprofessor an der Humboldt-Universität ernannt, wo er bis 2007 blieb, unterbrochen von einem Forschungsjahr als John F. Kennedy Fellow an der Harvard University. Von 2007 bis 2011 hatte er eine Professur für Europäische Geschichte und Transatlantische Beziehungen am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz inne, von 2011 bis 2019 einen Lehrstuhl für Europäische und Globale Geschichte an der Universität Maastricht, zugleich als Head of the Department of History und Inhaber des Jean-Monnet-Lehrstuhls. Seit dem Wintersemester 2019/20 ist er Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und seit 2020 zugleich Gründungsdirektor des Project House Europe. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf komparativen, transnationalen und globalen Zugängen zur europäischen und US-amerikanischen Geschichte, insbesondere zur europäischen Integration.
Patel ist Autor zahlreicher Monographien, darunter „The New Deal: A Global History“ (2016) und „Projekt Europa“ (2018). Für sein Werk erhielt er u. a. den WHA Bentley Book Prize sowie 2023 einen ERC Advanced Grant.