HomeRoman Herzog / Kernbotschaften

Kernbotschaften von Roman Herzog

Auszüge aus der Rede Roman Herzogs beim Eröffnungssymposium des ROMAN HERZOG INSTIUTS 2003 in München.

Wir können angesichts des demografischen Wandels nicht mehr lange mit Reformen warten. In den kommenden 25 oder 30 Jahren  wird es in Deutschland etwa acht Millionen Erwerbstätige weniger geben bei gleich vielen Konsumenten, mit allen Fragen, die sich daran anknüpfen. Es muss der Abbau der Staatsverschuldung kommen. Es muss ein Übergang wenigstens zu einer teilweisen Kapitaldeckung bei Renten- und Krankenversicherung kommen, was auch nicht ohne zusätzliche finanzielle Lasten gehen wird. Es soll die große augenblickliche Arbeitslosigkeit abgebaut werden.
Sechs Prozent der Arbeitsplätze wandern aufgrund des Strukturwandels in andere Sektoren ab, was zwar die Arbeitsmarktstatistik in Ruhe lässt, was aber für die Einzelnen, für die betroffenen Einzelnen und ihre Umqualifizierung eine ganz erhebliche Belastung bedeuten würde. Das alles unter der Vorstellung, dass das Bruttosozialprodukt weiter wächst.
Die Zahlen, die uns die Wissenschaft präsentiert, sind alles andere als optimistisch stimmend. Und dies alles unter einer immer schwieriger werdender internationaler Konkurrenz. Wie werden wir damit durchkommen?
Dabei kann uns die Globalisierung bei der Bewältigung der gesellschaftlichen Alterung helfen. Aber die Globalisierung bringt uns, wenn wir nicht weiter voran kommen, wenn wir nicht schneller voran kommen, wenn wir nicht effektiver werden, nur zusätzliche Schwierigkeiten von außen.
Daher setzt ein positiver Wandel Innovationen voraus, permanente Innovation. Damit Innovation durch die Wirtschaft überhaupt möglich wird, müssen wir die Wirtschaft von unendlich vielen Zwängen befreien, denen sie im Augenblick ausgesetzt ist.
Man kann das auf zwei Grundbegriffe zusammenziehen: Bildungspolitik auf der einen Seite und Freiheit für wirtschaftliche Entscheidungen, für wirtschaftliche Neugestaltung, Umgestaltung auf der anderen – und das heißt Abbau der Überregelungen und der Staatsquote.
Um diese Reformen durchzusetzen, bedarf es eines charismatischen Politikers. Angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse bei den Wahlen ist es ansonsten nicht verwunderlich, dass sich die Parteien um diese schwierigen Themen drücken. Aber das Zeitfenster, das uns für Reformen zur Verfügung steht, wird enger.
Wir müssen die Probleme jetzt und heute angehen, damit wir nicht die Zukunft unserer Kinder verspielen. Aber vielleicht sollten wir alle miteinander daran arbeiten, das, was in diesem Zeitfenster geschieht mitzutragen und mitzubedenken. Vielleicht haben wir eine Chance. Groß ist sie nicht.
 

Aktuelle Publikationen

Die Professionalisierung von CSR in Theorie und Praxis

Auf systematische Weise Win-win-Potenziale für Unternehmen und Gesellschaft durch CSR finden und erschließen.

mehr Information

Die Gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen

Welche Forderungen der Gesellschaft an die Unternehmen sind berechtigt?

mehr Information

Wie viel Familie verträgt die moderne Gesellschaft?

Zur Zukunft der Familie – Frauen zurück an den Herd?
Woran liegt es, dass Frauen, die nicht arbeiten glücklicher sind?

mehr Information

Roman Herzog im Internet

Die offizielle Seite des Bundespräsidialamtes

Wikipedia

Lebendiges virtuelles Museum Online

Das ROMAN HERZOG INSTITUT ist für den Inhalt dieser Seiten nicht verantwortlich.


Anfragen können Sie an das Büro richten:

Bundespräsident a. D.
Prof. Dr. Roman Herzog
Im Stahlbühl 20
74074 Heilbronn
Telefon: 07131 - 39 52 160
Telefax: 07131 - 39 52 168