Wie viel Familie verträgt die moderne Gesellschaft?

„Familie“ hat zurzeit Hochkonjunktur – aber leider nur in den Medien. Das Spannungsfeld zwischen Kind und Karriere, der demografische Wandel und seine Folgen dominieren die öffentliche Diskussion. Die Arbeitswelt verlangt nach Frauen als Fachkräfte, die Gesellschaft nach Frauen als Mütter. Die zunehmend bessere Ausbildung der Frauen lässt die Entscheidung für Kinder unattraktiv werden.
Ist Familie ein „Auslaufmodell“?
Im Dialog der unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen wächst die Erkenntnis, dass die zukünftige Ausgestaltung der Arbeitswelt auch untrennbar mit dem Zusammenleben in der Familie verbunden ist. Wir finden nur unzureichende Antworten auf die Zukunft der Arbeit, wenn wir nur die Familie oder nur die Arbeitsbedingungen in den Blick nehmen. Daher geht das RHI im interdisziplinären Austausch mit Wissenschaft und Praxis der Frage nach, wie wir auf diese Herausforderungen im Zeitalter von Globalisierung und Demographischem Wandel reagieren können.


Zur Bedeutung der Familie als gesellschaftliche Institution wird das Roman Herzog Institut in Kürze ein Buch mit Beiträgen renommierter Experten vorlegen. Anstoß zum Buchprojekt gaben im vergangenen Juni und Dezember durchgeführte RHI-Expertenworkshops. Die Beiträge betrachten die Zukunft der Familie aus unterschiedlichen Perspektiven: Diese reichen von der individuellen Lebens- und Arbeitszufriedenheit über die Diskussion der Ehe als staatlicher Institution bis zu neuen Konzepten einer gerechten Familienpolitik. Einig sind sich die Autoren darin, dass ein zukunftsfähiges Familienbild institutionelle Rahmenbedingungen braucht, die beiden Geschlechtern gleichermaßen Partizipationsmöglichkeiten und individuelles Engagement in Beruf und Familie gewähren.
Auch das Expertengespräch im April 2011, mit Prof. Dr. Dr. h. c. Rita Süssmuth, Prof. Dr. C. Katharina Spieß und Prof. Dr.-Ing. Johannes Schroeter, macht dieses Spannungsfeld zum Gegenstand der Diskussion. Es geht um die kritische Hinterfragung der Institution Familie und wie diese mit den steigenden Anforderungen einer hoch arbeitsteiligen Gesellschaft vereinbar ist.
Aktuelle Publikationen
Vom Schlechten des Guten
Warum sind die Menschen in den entwickelten Industrieländern in den letzten Jahrzehnten kaum glücklicher geworden, obwohl sich deren objektiven Lebensumstände deutlich verbessert haben?
mehr Information
Zwischen Gewinn und Verantwortung
Diese RHI-Publikation bietet einerseits einen Überblick zu den Rede- und Diskussionsbeiträgen des RHI-Fachsymposiums vom November 2011 mit dem Titel "Zwischen Gewinn und Verantwortung - Grenzen und Notwendigkeit von CSR" und fasst andererseits die Kernergebnisse der CSR-Forschung am RHI zusammen.
mehr Information
Die Gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen
Welche Forderungen der Gesellschaft an die Unternehmen sind berechtigt?
mehr Information
