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Corporate Social Responsibility - Workshop am 08. Juni 2010 im Roman Herzog Institut zum gesellschaftlichen Engagement der Unternehmen

Was ist Corporate Social Responsibility (CSR)? Unter dieser Leitfrage lud das Roman Herzog Institut sechs Wissenschaftler und Experten ein, um intensiv und diskursiv über die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen zu diskutieren und neue Erkenntnisse auszutauschen. Der Workshop ist der Auftakt für weitere Tagungen, Publikationen und Gespräche zu diesem Themenfeld.

Moderiert von Randolf Rodenstock nahmen Prof. Dr. Nils Goldschmidt (Vertretungsprofessur für Sozialpolitik und Organisation Sozialer Dienstleistungen, Universität der Bundeswehr München), Prof. Dr. Dr. Karl Homann (ehemaliger Professor für Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München), Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel (Direktor des Instituts für Sozialstrategie), die beiden Nachwuchswissenschaftler Prof. Dr. Nick Lin-Hi (Juniorprofessor für Coporate Social Responsibility an der Universität Mannheim) und Prof. Dr. Markus Beckmann (Juniorprofessor am Centre für Sustainability Management Leuphana Universität Lüneburg) sowie Dr. Alexandra von Winning (Unternehmensberatung Good Response) am Workshop teil.

Sie beleuchteten aus unterschiedlichen Perspektiven die Möglichkeiten und Grenzen von CSR. Im Lichte dieses Diskurses kristallisierten sich zahlreiche Gemeinsamkeiten bei den Experten heraus, vor allem, dass sowohl in der EU-Kommission als auch in der Öffentlichkeit (noch) eine falsche, überholte Vorstellung von CSR vorherrscht, die überwunden werden müsse.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass ein sinnvolles Verständnis von CSR sich stets daran messen lassen muss, dass die gesellschaftliche Funktion von Unternehmen gestärkt wird. Eben hierfür sind Funktionszusammenhänge und Wechselwirkungen, insbesondere im Hinblick auf das marktwirtschaftliche System, zu berücksichtigen. Ein weiterer Diskussionspunkt galt dem Sachverhalt, dass die Marktwirtschaft und die Gewinnerzielung in der öffentlichen Diskussion zunehmend kritischer gesehen werden. Umso mehr bedarf es belastbarer Orientierungspunkte für Unternehmen im Hinblick darauf, worin sich deren Verantwortung manifestiert.

Der Workshop brachte auch zu Tage, dass Aktivitäten im Rahmen von Spenden, Sponsoring, Corporate Volunteering und Co. nicht als Ausdruck von CSR gesehen und kommuniziert werden dürfen, da dies langfristig zu gesellschaftlich problematischen Vorstellungen in Bezug auf Unternehmen, ihre Rolle in der Gesellschaft und ihrer Verantwortung führt. Denn die primäre Aufgabe der Unternehmen liegt darin, ihr Kerngeschäft verantwortlich zu gestalten.

Fazit: Eine wichtige Aufgabe der Unternehmen besteht darin, den Bürgerinnen und Bürgern zu vermitteln, dass sie keinen Anspruch auf gesellschaftliche Wohltaten haben, wohl aber darauf, dass sie durch Unternehmen nicht geschädigt werden.

 

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